Andreas Mertin
11.03.2026 — 16:00 Uhr - 17:30 Uhr
Veranstaltungsort: Haus des Kirchenkreises, Limperstr. 15, Recklinghausen
Preis: 8,00 €, Mitglieder 5,00 €
Der Schriftsteller Günther Anders schreibt 1956 über seine Kunsterfahrungen in Florenz:
„In dem kunstgeschichtlichen Augenblicke, in dem die Malerei die Raumtiefe erobert hat, hat sie damit den Raum der Kirche negiert …
Im Augenblicke, in dem perspektivisch konzipierte Fresken die Innenwände des Gotteshauses schmücken, werden diese zu ‚Durchblicken‘, und zwar zu Durchblicken ins Diesseits …
Letztlich sind die Kirchenfresken von Masaccio Verleugnungen des Begriffes der Transzendenz, bildgewordene Häresien.
Häresien, die sich kein noch so kühner Philosoph der Epoche, auch keiner der folgenden Jahrhunderte, hätte herausnehmen dürfen.“
Wir wollen diese These von Günther Anders anhand von Bildern von Masaccio und Raumgestaltungen von Brunelleschi überprüfen:
Wie erweitert die Kunst unser Sichtfeld?
Andreas Mertin ist Kulturwissenschaftler und Publizist und war 1997-2007 Kurator der documenta-Begleitausstellungen der Ev. Kirche.
Er ist verantwortlicher Herausgeber des Magazins für Kunst, Kultur, Theologie und Ästhetik (www.theomag.de). Er hat mehrere Bücher und zahlreiche Aufsätze zum Thema ‚Theologie, Ästhetik und Kunst‘ und zur kulturhermeneutischen und religionspädagogischen Erschließung der Populärkultur geschrieben.
Diese Vortragsreihe wird veranstaltet von der Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Recklinghausen in Kooperation mit der Ev. Akademie Recklinghausen und Sinsener Art.